Die Blutegeltherapie (Hirudotherapie)

 

Spricht man von Blutegeln, hört man meist dasselbe: glitschig, schwarz, blutrünstig, einfach eklig. Das ist die gängigste Reaktion, wenn man mit Blutegeln konfrontiert wird. Aber wie so oft bei Vorurteilen: sie stimmen so nicht. Blutegel sind farbig, elegante Schwimmer, ungefährlich und gar nicht eklig.

 

Medizinische Blutegel verfügen in ihrem Speichel über eine Reihe von medizinisch wirksamen Substanzen, die während des Saugvorganges in die Bisswunde abgegeben werden. Der Blutegel ist somit eine Art biologische Apotheke mit Wirkstoffen, die auch in der Schulmedizin zum Einsatz kommen. Die Wirkstoffkombination ist einzigartig.

Die Behandlung mit Blutegeln ist vergleichbar mit einem kleinen Aderlass auf ganz sanfte Art. Der Blutegel injiziert über seinen Speichel einen Wirkstoffcocktail, der unter anderem Hirudin enthält. Dieser und weitere hoch wirksame Bestandteile machen die Wirkung der Blutegeltherapie aus. Die wohl bekannteste Komponente ist das Hirudin. Es wirkt entzündungshemmend und blutverdünnend und hat zudem eine antibiotische Wirkung. Es hilft dem Körper des Tieres, Schwellungen abzubauen. Die therapeutische Wirkung geht auch nach dem Abfallen des Egels weiter, denn jetzt kommt es zu einer Nachblutung. Die Nachblutung kann bis zu 24 Stunden andauern und sollte nicht unterbrochen werden, da sie eine Reinigung der Wunde bedeutet.

 

 

Behandlung

Das  Behandeln mit Blutegeln erfolgt ein gewisses Mass an Geduld und Einfühlungsvermögen. Manche der kleinen "Sauger" müssen erst zum Essen animiert werden. 

 

Hier kommen die kleinen Helfer zum Einsatz:

 

  • Bänder & Sehnenerkrankungen
  • Arthritis, Arthrose (Spat, Spondeliose)
  • Hufrehe, Hufkrebs, Hufrollensyndrom
  • Gallen (Piephacke ect.)
  • neuronale Erkrankungen (z.B. Ataxien)
  • Kissings Spines
  • Spondeliose
  • Druckstellen von Sattel, Geschirr oder Decken
  • Abszesse
  • Wundheilungsstörungen
  • Narbenproblematik
  • Hämatome, Thrombosen
  • Erkrankungen der Muskulatur (Muskelverhärtungen, Muskelschmerzen, Kreuzverschlag etc).

 

Allerdings gilt es zu beachten, dass es durchaus Kontraindikationen für eine Blutegeltherapie gibt!